Hey, ich bin Philipp 👋
Anthropic hat Claude Projects grundlegend umgebaut. Statt zwischen einzelnen Chats hin und her zu springen, sprichst du mit einem Koordinator — wie mit einem Teamleiter. Der verteilt die Arbeit an mehrere Threads, die parallel arbeiten und sich ein gemeinsames Gedächtnis teilen. Hier erkläre ich dir die drei wichtigsten Neuerungen und wie du sie einrichtest, ohne zu viele Tokens zu verbrennen.
1Der Koordinator: dein Teamleiter
Jedes Projekt hat jetzt einen Koordinator. Du beschreibst ihm dein Ziel, er zerlegt die Aufgabe, verteilt die Teile an Threads, prüft die Ergebnisse und setzt sie zusammen. Ein Thread ist dabei eine eigene Claude-Code-Sitzung in der Cloud, die an ihrem Teil arbeitet. Du kannst den Fortschritt im Projekt-Chat verfolgen oder einzelne Threads öffnen und nachsteuern.
2Das gemeinsame Gedächtnis
Jeder Thread liest aus einem gemeinsamen Gedächtnis und schreibt hinein: Projektdetails, Entscheidungen, deine Vorlieben. Was ein Thread gelernt hat, wissen die anderen auch. Dazu kommt eine Bibliothek für deine Dateien und Claudes Ergebnisse. Für dich heißt das: Du musst Zusammenhänge nicht in jedem Chat neu erklären und dir weniger Gedanken über das perfekte Prompting machen.
3Power Levels: Modell und Effort pro Rolle
Im Video nenne ich es „Power Levels“ — bei Anthropic heißt es Modell und Effort. Du kannst laut Anthropic festlegen, welches Modell und welche Denktiefe der Koordinator-Chat nutzt und welche die Arbeiter-Threads. Die Faustregel aus dem Video: Der Koordinator verteilt nur die Arbeit und braucht wenig Power. Die Threads, die die eigentliche Arbeit machen, bekommen das stärkere Modell oder mehr Effort.
Meine Empfehlung zum Einstieg
- Koordinator: ein schnelles Modell mit niedrigem Effort — er plant und verteilt nur.
- Threads mit anspruchsvoller Arbeit (Programmieren, Analysen): ein starkes Modell mit höherem Effort.
- Threads mit Routinearbeit (Umformatieren, Zusammenfassen): wieder ein schnelleres Modell.
- Nach dem ersten Durchlauf die Projekt-Nutzung prüfen und nachjustieren.
4So startest du ein Projekt
Schritt für Schritt
- Öffne claude.com/projects. Wenn du noch keinen Zugang hast, kannst du dich als Pro- oder Max-Nutzer unter claude.com/form/projects auf die Warteliste setzen.
- Lege ein neues Projekt an und richte Cloud-Umgebung, Connectors, Plugins, Anweisungen und Modell ein.
- Gib ein Ziel ein und verknüpfe ein Repository oder anderen Kontext. Claude schlägt dir Arbeit vor, mit der es sofort starten kann.
- Lege fest, wie oft Claude sich bei dir meldet und wie ausführlich die Updates sein sollen.
- Verfolge die Arbeit im Projekt-Chat oder öffne einzelne Threads, um sie zu steuern.
Unser Ziel in diesem Projekt: [beschreibe dein Ziel in zwei, drei Sätzen] Zerlege das in sinnvolle Teilaufgaben und schlag mir vor, welche davon parallel laufen können. Starte noch keine Threads, bevor ich den Plan bestätigt habe. Halte die Zahl der Threads so klein wie möglich, damit wir nicht unnötig Tokens verbrauchen.
Wichtig zu wissen
- Jeder Thread ist eine vollständige Claude-Code-Sitzung. Projekte verbrauchen dein Nutzungskontingent deshalb schneller — die Projekt-Nutzung kannst du einsehen.
- Threads laufen derzeit in der Cloud. Auf Dateien und Werkzeuge auf deinem eigenen Rechner können sie noch nicht zugreifen; das soll laut Anthropic bald kommen.
- Bestehende Projekte in Chat und Cowork funktionieren weiter wie bisher und werden nach und nach umgestellt.