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ClaudeArbeit·15 Minuten·Zuletzt geprüft: September 2026

Claude berechnet PDF, Word und Excel doppelt — MarkItDown stoppt das kostenlos

Ein kostenloses Microsoft-Tool wandelt deine Dokumente vorher in Markdown um. Claude bekommt nur noch den Inhalt — ohne die Seitenbilder, die du sonst mitbezahlst.

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Philipp

Hey, ich bin Philipp 👋

Jedes Mal, wenn du eine PDF-, Word- oder Excel-Datei in Claude hochlädst, passiert im Hintergrund etwas, das dich Tokens kostet: Claude macht aus jeder Seite ein Bild und zieht zusätzlich den Text heraus — und du zahlst für beides. MarkItDown, ein kostenloses Open-Source-Tool von Microsoft, wandelt deine Dokumente vorher in sauberes Markdown um. Claude bekommt dann nur noch den Inhalt. Genau so haben wir es im Video gemacht — hier ist der komplette Weg, inklusive MCP-Server, damit es automatisch läuft.

Das Video zum Guide — startet stumm, den Ton schaltest du über das Lautsprecher-Symbol ein.

Was da genau passiert

Anthropic beschreibt es in der eigenen Dokumentation: Bei einer PDF wird jede Seite zu einem Bild, und zusätzlich wird der Text extrahiert. Allein der Text kostet je nach Inhalt 1.500 bis 3.000 Tokens pro Seite — die Seitenbilder kommen obendrauf. Bei einem 20-seitigen Vertrag sind so schnell zehntausende Tokens weg, bevor du überhaupt eine Frage gestellt hast. Und das bei jedem neuen Chat, in den du das Dokument legst.

Zwei Zähler: Text 30.000 Tokens und Bild 30.000 Tokens — Du zahlst beides
Text plus Seitenbilder: Für dasselbe Dokument zahlst du zweimal.

Markdown ist die Abkürzung: Es ist fast reiner Text, behält aber Überschriften, Listen und Tabellen. Claude versteht es ohne Umweg — und ein Textdokument braucht nur einen Bruchteil der Tokens einer PDF.

1Prüfe, ob Python auf deinem Rechner ist

MarkItDown ist ein Python-Programm und braucht Python 3.10 oder neuer. Öffne das Terminal (Mac: Programme → Dienstprogramme → Terminal; Windows: PowerShell) und tippe:

Befehl 1 — Python-Version prüfen

python3 --version

Kommt eine Version ab 3.10 zurück, bist du startklar. Kommt nichts oder eine ältere Version, lade Python von python.org herunter (Standard-Installation reicht). Unter Windows heißt der Befehl meist „python --version“.

2Installiere MarkItDown

Ein Befehl, einmal ausführen. Das „[all]“ holt die Bausteine für alle Dateitypen mit — PDF, Word, Excel, PowerPoint und mehr.

Befehl 2 — MarkItDown installieren

pip install 'markitdown[all]'

Unter Windows die Anführungszeichen tauschen: pip install "markitdown[all]". Meldet das Terminal „pip: command not found“, nimm stattdessen python3 -m pip install 'markitdown[all]'.

3Wandle die erste Datei um

Jetzt der eigentliche Trick: Statt die PDF hochzuladen, wandelst du sie in Markdown um. Ein Befehl, die Datei kommt als .md-Datei zurück — Überschriften und Tabellen bleiben erhalten, statt zu Textsalat zu werden.

Befehl 3 — Datei umwandeln

markitdown [vertrag.pdf] -o [vertrag.md]

Vorher: vertrag.pdf als zusammengeklebter Text. Nachher: vertrag.md mit Überschrift und sauberer Markdown-Tabelle
Aus dem Vertrag wird Markdown — die Tabelle der Zahlungsbedingungen überlebt die Umwandlung.

Das funktioniert genauso mit Word-Dokumenten, Excel-Tabellen und PowerPoint-Folien — einfach den Dateinamen austauschen. Getestet auf meinem Mac: Ein mehrseitiger Geschäftsbericht als PDF kam in wenigen Sekunden als Markdown zurück, Inhaltsverzeichnis und Kennzahlen-Tabellen inklusive.

Claude-Eingabefeld mit drei Dateien: vertrag.pdf, angebot.docx, preise.xlsx
PDF, Word, Excel — alle drei laufen durch denselben Befehl.

4Gib Claude den Text statt der Datei

Die fertige .md-Datei ziehst du wie gewohnt in Claude — oder du kopierst ihren Inhalt direkt in den Chat. Der Unterschied: Es ist jetzt ein Textdokument. Keine Seitenbilder, keine doppelte Abrechnung, nur noch die Wörter.

Zähler: Seitenbilder durchgestrichen, Inhalt 30.000 Tokens — Nur noch der Inhalt
Die Seitenbilder fallen komplett weg — du zahlst nur noch für den Inhalt.

5Einmal einrichten, dann läuft es automatisch: der MCP-Server

Wenn du nicht jedes Mal ins Terminal willst: MarkItDown gibt es auch als MCP-Server. Damit bekommt die Claude-Desktop-App ein Werkzeug „convert_to_markdown“ und wandelt Dateien selbst um, wenn du sie im Chat darum bittest. Drei Schritte, einmalig.

Befehl 4 — MCP-Server installieren

pip install markitdown-mcp

Die Desktop-App braucht den vollständigen Pfad zum Programm — ein Name allein reicht ihr nicht. So findest du ihn heraus (Mac: which, Windows: where):

Befehl 5 — Pfad zum Server finden

which markitdown-mcp

Jetzt trägst du den Server in Claude Desktop ein: Klicke in der Menüleiste auf „Claude“ → „Settings…“ (nicht die Einstellungen im Chatfenster) → Reiter „Developer“ → „Edit Config“. Es öffnet sich die Datei claude_desktop_config.json — auf dem Mac liegt sie unter ~/Library/Application Support/Claude/, unter Windows unter %APPDATA%\Claude\. Füge diesen Block ein und setze den Pfad aus Befehl 5 ein:

Config 6 — Eintrag für Claude Desktop

{ "mcpServers": { "markitdown": { "command": "[Pfad aus Befehl 5, z. B. /Users/dein-name/.local/bin/markitdown-mcp]" } } }

Steht schon etwas in der Datei, füge nur den Eintrag „markitdown“ innerhalb von „mcpServers“ hinzu — Komma zwischen den Einträgen nicht vergessen. Danach Claude Desktop komplett beenden und neu öffnen; erst dann wird der Server geladen. Unten links im Eingabefeld erscheint unter „Connectors“ der Eintrag „markitdown“.
Claude-Eingabefeld mit dem Werkzeug markitdown · convert_to_markdown und der fertigen Datei vertrag.md
Claude ruft das Werkzeug selbst auf — aus vertrag.pdf wird vertrag.md, ohne dass du das Terminal öffnest.

6So nutzt du es im Chat

Der Server bekommt keine hochgeladene Datei, sondern den Ort der Datei auf deinem Rechner. Du gibst Claude also den Pfad und sagst, was du willst — Claude fragt vor dem Zugriff einmal um Erlaubnis:

Prompt — Datei über den MCP-Server umwandeln

Wandle die Datei file:///Users/[dein-name]/Dokumente/[vertrag.pdf] mit MarkItDown in Markdown um und fasse mir die Zahlungsbedingungen zusammen.

Wichtig für den Token-Vorteil: Ziehst du die PDF wie gewohnt ins Chatfenster, läuft sie über den normalen Upload — mit Seitenbildern. Der Spareffekt kommt nur, wenn Claude die Datei über den Pfad einliest oder du ihm die fertige .md-Datei gibst.

Alternative: Docker, wie im Video gezeigt

Die Microsoft-Dokumentation empfiehlt für den MCP-Server Docker. Wenn du Docker ohnehin installiert hast, baust du das Image einmal und trägst statt des Pfads diesen Block in die Config ein:

Docker — Image bauen (im Repo-Ordner packages/markitdown-mcp)

docker build -t markitdown-mcp:latest .

Docker — Eintrag für Claude Desktop

{ "mcpServers": { "markitdown": { "command": "docker", "args": ["run", "--rm", "-i", "markitdown-mcp:latest"] } } }

Editor mit claude_desktop_config.json: mcpServers → markitdown → command docker, args run --rm -i markitdown-mcp:latest
Die Docker-Variante aus dem Video — laut Microsoft der empfohlene Weg, wenn Docker schon läuft.
Im Docker-Container sieht der Server deine Dateien nur, wenn du einen Ordner einbindest: ergänze in „args“ vor dem Image-Namen „-v“, „/Users/dein-name/Dokumente:/workdir“ — dann liegen die Dateien im Container unter /workdir.
microsoft/markitdown auf GitHub

Exakt dieses Repo — MIT-Lizenz, kostenlos, über 175.000 Sterne. Der MCP-Server liegt darin unter packages/markitdown-mcp.

Wichtig zu wissen

  • MarkItDown ist kostenlos und quelloffen (MIT-Lizenz). Du brauchst einen Claude-Zugang wie bisher — gespart wird an den Tokens pro Dokument, nicht am Abo.
  • Die Umwandlung und der MCP-Server sind auf dem Mac getestet (Terminal und Server-Aufruf mit einer echten PDF). Die Anbindung an Claude Desktop folgt der offiziellen MCP-Anleitung von Anthropic; die Docker-Variante steht so in der Microsoft-Dokumentation.
  • Der MCP-Server läuft mit deinen Benutzerrechten und kann alle Dateien lesen, die du lesen kannst. Er gehört nur auf deinen eigenen Rechner — nicht ins Netz freigeben.
  • Gescannte PDFs ohne Textebene bringen wenig: MarkItDown holt den vorhandenen Text heraus, es liest keine Bilder von Seiten. Dafür bleibt der normale Upload der richtige Weg.
  • Die Token-Zahlen im Video (1.500 bis 3.000 pro Seite) stammen aus Anthropics Dokumentation zur PDF-Unterstützung und hängen vom Inhalt der Seite ab — dein Dokument kann darunter oder darüber liegen.

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