Hey, ich bin Philipp 👋
Claude Code ist für mich das Werkzeug, mit dem ich fast alles am Rechner erledige — Ordner aufräumen, Dokumente schreiben, recherchieren. Der Haken: Normalerweise brauchst du dafür ein Claude-Abo, und irgendwann ist dein Nutzungslimit erreicht. FreeLLM API ist ein Open-Source-Tool von GitHub, das Claude Code stattdessen mit den Gratis-Kontingenten von über 30 KI-Anbietern verbindet. Hier steht, wie du es einrichtest — und ganz ehrlich, was „kostenlos“ dabei bedeutet und was nicht.
1Was hinter FreeLLM API steckt
Fast jeder KI-Anbieter hat einen kostenlosen Zugang für Entwickler: ein paar Millionen Tokens im Monat, ein paar tausend Anfragen am Tag. Einzeln reicht das nicht weit. FreeLLM API sammelt diese Gratis-Kontingente und stellt sie hinter einer einzigen Adresse auf deinem Rechner bereit. Ist ein Modell ausgelastet, nimmt das Tool automatisch das nächste.


Zur Einordnung: Die 7,4 Milliarden sind die Summe aller Gratis-Kontingente, wenn du bei allen Anbietern einen Zugang hast — nicht das, was du nach fünf Minuten Einrichtung zur Verfügung hast. Die aktuelle Liste aller Modelle mit ihren Limits steht auf freellmapi.co/models.
2Was du dafür brauchst
Alles kostenlos
- Claude Code — das Programm selbst. Du startest es im Terminal.
- Node.js ab Version 20 — damit läuft der kleine Verbindungsbefehl weiter unten (npx). Download auf nodejs.org.
- FreeLLM API — als Desktop-App für Mac und Windows oder per Docker.
- Kostenlose Konten bei ein paar KI-Anbietern, jeweils mit einem eigenen API-Schlüssel. Das ist der Teil, der am längsten dauert.
Falls du Claude Code noch nicht installiert hast: Das geht mit einer Zeile im Terminal. Auf dem Mac:
curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash
irm https://claude.ai/install.ps1 | iex
3FreeLLM API installieren
Der einfachste Weg ist die Desktop-App. Du lädst sie auf der Release-Seite des Projekts herunter (Mac mit Apple-Chip: „arm64“, ältere Intel-Macs: „x64“, Windows: die „.exe“), installierst sie wie jedes andere Programm, und sie sitzt danach oben in deiner Menüleiste. Ein Passwort brauchst du dafür nicht.
Offizielle Release-Seite auf GitHub. Achte auf das Konto tashfeenahmed — zu solchen Hype-Tools entstehen schnell Nachahmer-Projekte.
Wenn du lieber mit Docker arbeitest, gibt es laut Anleitung einen Einzeiler. Er legt einen Ordner freellmapi in deinem Benutzerordner an und startet alles im Hintergrund. Das Dashboard öffnest du danach im Browser unter localhost:3001 — dort legst du beim ersten Start ein Konto mit E-Mail und Passwort an, das nur auf deinem Rechner existiert.
curl -fsSL https://freellmapi.co/install.sh | bash
4Deine kostenlosen Anbieter eintragen
Jetzt kommt der eigentliche Aufwand: FreeLLM API bringt keine Modelle mit, es verwaltet nur deine Zugänge. Für jeden Anbieter legst du ein kostenloses Konto an, erzeugst dort einen API-Schlüssel und trägst ihn im Dashboard auf der Seite „Keys“ ein. Du musst nicht alle 34 nehmen — schon drei oder vier Anbieter reichen für den Anfang. Die Projektseite nennt unter anderem Google, Groq, Cerebras, Mistral, OpenRouter und NVIDIA.
Auf derselben Seite findest du auch deinen eigenen Schlüssel für FreeLLM API — er beginnt mit „freellmapi-“. In der Desktop-App kopierst du ihn direkt aus dem Menüleisten-Fenster („Copy Key“). Diesen einen Schlüssel brauchst du gleich für Claude Code.
5Claude Code verbinden
Claude Code taucht auf der Projektseite ausdrücklich in der Liste der unterstützten Programme auf. Für die Verbindung gibt es zwei Wege.

Weg A, meine Empfehlung: Du startest Claude Code über FreeLLM API. Der Befehl fragt nach deinem freellmapi-Schlüssel und öffnet dann Claude Code mit den kostenlosen Modellen. Es wird dabei nichts an deiner bestehenden Einstellung geändert — schließt du das Fenster und startest Claude Code normal, läuft es wieder wie vorher.
npx freellmapi launch
Weg B: Claude Code dauerhaft umstellen. Das schreibt die Verbindung in deine Claude-Code-Einstellungen — ab dann läuft jeder Start über die kostenlosen Modelle. Mit --dry-run siehst du vorher, was geändert würde. Wichtig: Hast du ein Claude-Abo, übernimmt diese Einstellung deinen normalen Claude-Code-Start. Dann lieber Weg A nehmen.
npx freellmapi setup-claude --url http://localhost:3001 --api-key [dein-freellmapi-schlüssel] --dry-run npx freellmapi setup-claude --url http://localhost:3001 --api-key [dein-freellmapi-schlüssel]
Laut Projekt legt der Befehl vorher eine Sicherungskopie deiner bisherigen Einstellung an. Die Adresse ersetzt du bei der Desktop-App wieder durch die aus dem Menüleisten-Fenster.
6Damit arbeiten
Ab hier benutzt du Claude Code wie gewohnt: Du öffnest es in einem Ordner und schreibst, was du erledigt haben willst — zum Beispiel ein Angebot aus deinen Notizen entwerfen, einen Download-Ordner sortieren oder eine Recherche zusammenfassen. Welches Modell gerade geantwortet hat, siehst du im Dashboard von FreeLLM API.
Was im Video „Nutzungslimit erreicht“ heißt: Jedes kostenlose Modell hat ein Tages- oder Minutenlimit. Ist es erreicht, schickt FreeLLM API die nächste Anfrage automatisch an das nächste Modell in deiner Liste. Die Reihenfolge kannst du im Dashboard unter „Fallback Chain“ selbst festlegen.
7Was beim Modellwechsel mit deinem Kontext passiert
Im Video sage ich, dass FreeLLM API deinen Kontext an das nächste Modell weitergibt. Genauer ist es so: Claude Code schickt bei jeder Anfrage den bisherigen Verlauf eurer Unterhaltung mit. Wechselt das Modell, bekommt also auch das neue Modell alles zu sehen, was bisher passiert ist — du musst nichts neu erklären. Zusätzlich bleibt eine Unterhaltung laut Doku 30 Minuten lang beim selben Modell, damit nicht ständig gewechselt wird.
Die Projektseite beschreibt außerdem eine eigene Übergabe-Notiz („Context Handoff“), die dem neuen Modell ausdrücklich sagt, dass es eine laufende Aufgabe übernimmt. Die ist aber standardmäßig ausgeschaltet und laut Doku nur für die Server-Installation per Einstellungsdatei vorgesehen. Für Claude Code ist sie nicht nötig, weil der Verlauf ohnehin mitgeht.
Wichtig zu wissen
- „Fast unbegrenzt“, nicht unbegrenzt: Die stärksten Gratis-Modelle haben die kleinsten Tageslimits. Laut Projekt lässt die Qualität deshalb im Lauf des Tages nach und ist erst nach Mitternacht (UTC, bei uns 1 oder 2 Uhr nachts) wieder voll da.
- Kein Claude und kein ChatGPT im eigentlichen Sinn: Du arbeitest mit den Gratis-Modellen der Anbieter — oft sehr gut, aber nicht das, was in einem Claude- oder ChatGPT-Abo steckt. Top-Modelle tauchen nur zeitweise und mit kleinen Kontingenten auf.
- Datenschutz: Deine Eingaben gehen an die Anbieter, die du einträgst — darunter auch Anbieter aus China. Jeder hat eigene Regeln. Google zum Beispiel nutzt Inhalte aus dem Gratis-Zugang grundsätzlich zur Verbesserung seiner Produkte, für Nutzer in der EU gelten laut Google aber die strengeren Regeln des Bezahl-Zugangs. Faustregel: Keine vertraulichen Kunden- oder Firmendaten über kostenlose Zugänge schicken.
- Laut Projekt nur für den persönlichen Gebrauch: kein Weiterverkauf, den Zugang nicht mit anderen teilen, pro Anbieter nur ein Konto. Die Nutzungsbedingungen der einzelnen Anbieter gelten weiter — einige (etwa Cohere) schließen private Nutzung aus.
- FreeLLM API selbst ist kostenlos und bleibt es laut Projekt. Es gibt ein optionales Premium-Abo (19 Dollar im Jahr) — das liefert nur neue Modelle schneller in deine Liste. Ohne Abo kommen sie etwa 30 Tage später an.
- Anthropic unterstützt es offiziell nicht, Claude Code mit Modellen anderer Anbieter zu betreiben. Wenn etwas hakt, hilft dir dort also niemand weiter — Ansprechpartner ist das Open-Source-Projekt.
- Zu den Zahlen: Im Video sage ich „über 30.000 Sterne“ — am Drehtag waren es 28.200, am 28.09.2026 rund 29.300.
Offizielle Projektseite mit Anleitung, Grenzen („Limitations“) und Hinweisen zu den Nutzungsbedingungen.
Die offizielle Doku zu launch, setup-claude und zur Übergabe-Notiz (englisch).